Jahresrückblick 2025

Das Boule Jahr 2025 ist abgeschlossen, die Boule Welt ist in der Winterpause, Zeit zurück zu schauen. Auf ein Jahr mit drei internationalen Titeln, unterschiedlichen deutschen Meistern, einen neuen Bundesligameister und ein Jahr ohne Skandale und/oder Rücktritten. Bravo

Die deutschen Meisterschaften

Im Jahr 2023 führte der DPV die rollierenden DMs ein. Der Rückblick bleibt in der gleichen Reihenfolge.

Die Frauen DM

Die Wundertüte unter den DMs. Man(n) erwartet die aktuellen und ehemaligen Kader Spielerinnen vorne, Jahr für Jahr geht der Titel an Außenseiter. Das letzte mal konnten 2021 drei Damen mit dem Adler auf der Schulter gewinnen. Diesmal, in Steinegg, gab es wieder Favoritenstürze und am Ende „wieder „natürlich“ einen überraschenden Sieger. Den Titel holte sich Nord1 gegen NRW07. Martina Theil, Katrin Pfeiffer und Laura Bartels benötigten im Poule drei Spiele und ein 13:12 um weiterzukommen, danach spielten sie eine sehr starke Meisterschaft. Im Finale waren Heike Lisner, Mechthild Hesterkamp und Daniela De Laet ohne Chance, sie freuten sich aber sicher über die Silbermedaille. Ergebnisse

Im Tireur Wettbewerb standen sich Silvana Lichte und Stefanie Wachendorf gegenüber. Silvana schoss mit 36 Punkten den Bestwert des Wettbewerbes im Halbfinale gegen Heike Distler. Stefanie konnte mit je 30 Punkten im Halb- und Viertelfinale nacheinander Caro Niermann und die Titelverteidigerin Eileen Jenal ausschalten. In einem knappen Finale bei einsetzendem Regen gewann Silvana mit einem Punkt Vorsprung denkbar knapp. Ergebnisse

Die Doublette DM

Nach einer Pause wegen eines möglichen (nicht finanzierten) Umbaus ging es 2025 zur Doublette DM mal wieder auf die Tromm. Nicht am Start war der Titelverteidiger Moritz Rosik, der zeitgleich mit Matthias Laukart, Daniel Reichert und Tobias Müller die EM Triplette spielte. Die Finalteilnehmer können als Überraschung gelten, andere galten vorher als Favoriten. Den Titel holte sich NRW01 mit Jonas Combüchen und Nico Beucker mit 13:4 im Endspiel gegen BaWü25 mit Pascal Keller und Geert Peers. Jonas und Nico mussten die Barrage überstehen, hatten gegen NRW15 mit Marco Lonken und Samoelina Vahandrahety ein enges Spiel in der KO Runde und gaben dann in den letzten 5 Spielen nur noch 14 Punkte ab. Im Viertelfinale dominierten sie etwas überraschend die ehemaligen Meister Jan Garner und Marco Schumacher mit 13.1. Bronze ging an Berlin1 und RhPf02 und damit ebenfalls an eher Außenseiter.

Persönlich konnte ich am Samstag meinen ersten Einsatz als Schiedsrichter bei einer DM absolvieren. Von der Einschreibung bis zur letzten Kugel gegen 20:30 waren die Schiedsrichter im Einsatz. Die Spieler sind sehr regelfest, es gab einiges mit dem Tirette zu messen, persönlich musste ich nur einmal eine Ermahnung aussprechen, da ein Spieler zum Austreten in den Wald wollte. Eine rote Karte gab es leider auch, ein Verstoß gegen das strikte Rauchverbot wegen Waldbrandgefahr wurde einmal auf dem Parkplatz gegen einen Spieler geahndet. Ergebnisse

Die Triplette DM

Nach der Doublette DM 2024 richtete der BC Achern diesmal die Triplette DM aus. Gespannt war die Boulewelt, ob Sönke Backens, Robin Stentenbach und Matthias Laukart ihren Titel verteidigen könnten. Außer in der ersten KO Runde hatten die drei anstrengende Spiele, im Viertelfinale war gegen BaWü12 mit Moritz Rosik, Fabian Vonberg und Sascha Wagner der Akku leer und das Thema Titelverteidigung mit 10:13 beendet. BaWü12 kostete das ebenfalls Körner, im Halbfinale gab es gegen den späteren Meister ein Fanny. Meister wurde BaWü14 mit Tehina Anania, Sascha von Pless (NiSa) und Dominique Tsouropa (Berlin). Sascha holte seinen 10. DM Titel, Dom seinen fünften und Tehina, bei seiner Premiere mit den Beiden, seinen ersten Triplette Titel. Die DM wurde von BaWü dominiert, den zweiten Platz sicherte sich ein Außenseiter. NRW18 mit Gabriele Lehmann, Marec Basler und Lukas Rüter spielten sich in einen Flow, überstanden einige kritische Situationen beim 13:12 im Achtelfinale und holten etwas überraschend Silber. Details könnt ihr in den Interviews mit den Meistern und den Vizemeistern sehen und hören. Ergebnisse

Die Mixte DM

Wie im Vorjahr ging es nach Düsseldorf. Die Titelverteidiger Christophe Riff und Anjaratiana Rabearisoa schieden schon im 32tel gegen Lara und Sascha Koch aus. Diese unterlagen im 4tel Finale knapp gegen die späteren Titelgewinner Eileen Jenal und Justin Neu. Ein emotional aufgeladenes Spiel für Eileen und Lara, Bundestrainerin gegen zurückgetretene Nationalspielerin. Im Vorjahr machte Matthias Laukart bei der Mixte die Erfahrung eines B-Turniers. Diesmal ging es mit Domino Probst viel weiter. Erst im Halbfinale war Endstation gegen Anna Lazaridis und Andre Skiba. Im zweiten Halbfinale unterlagen die DPV Kader Spieler Kerstin Lisner und Sylvain Ramon gegen die Saarländer. Das spannende Finale konnten Eileen und Justin mit 13:8 für sich entscheiden. Beide spielten schon einige DMs miteinander, der vermutete „Viertelfinalfluch“ ist mit dem Titelgewinn nun Geschichte. Gemeinsam trugen sie noch zum guten Abschneiden von Diefflen in der Bundesliga bei. Ergebnisse

Justin und Eileen, Quelle DPV

Die 55plus DM

Neben der Damen DM die DM, die keine Vorhersage zulässt. Altmeister treffen auf DPB Spieler und „junge“ Aufsteiger, am Ende gewinnen die Drei, die es schaffen über zwei Tage konstant zu spielen. In Berlin ging der Titel an Hessen7 mit Andreas Dosch, Jörn Krause und Normann Maurer. Silber holte sich BaWü05 mit Peter Muschel, Ralf Knörzer und Rainer Wutsch. Wieder ging Bronze nach Berlin, die Zehlendorfer Laurant Mirabeau, Jean-Francois Mores und Laurent Brizard konnten den Heimvorteil nicht in Gold verwandeln. Das zweite Bronze ging an Bayern mit Ulrich Moritz, Florian Hock und Claus Binder. Ergebnisse

Jörn Krause, Andreas Dosch und Normann Maurer, Quelle DPV

Die Jugend und Espoir DM

Viele Meister und viele Talente, die Sieger findet ihr unten bei den Zahlen

Die Tete/Tireur DM

Neben dem Meistertipp auf boule4u gibt es seit diesem Jahr ein Tippspiel auf petanque-aktuell zu fast allen DMs. Wer bei der Tete die beiden Finalisten getippt hatte, der war ein echter Insider und holte damit viele Punkte. Den Titel holte sich der Frankfurter Pascal Sittmann mit 13:5 im verregneten Finale gegen Manuel Kern (Viernheim). Das dritte Edelmetall für Hessen steuerte Sascha Löh bei. Lukas Rüter bewies, dass ihm der Platz in Ensdorf liegt. Nach Silber im Triplette holte er nun Bronze bei der Tete. Die erfolgsverwöhnten Spieler aus BaWü mussten sich diesmal mit zwei neunten Plätzen begnügen. In diesem Jahr konnten auch die Saarländer den Heimvorteil nicht nutzen. Nach dem Titel im Vorjahr durch Torsten Lay gab es diesmal nur einen fünften Platz durch Andreas Ludwig. Ergebnisse

Pascal Sittman, Quelle DPV

Beim Tireur Wettbewerb brauchte es 24 Punkte um in das Viertelfinale einzuziehen. Mit genau diesen Punkten zog der Titelverteidiger Christophe Riff ins Viertelfinale ein und traf dort auf den Vorrundenbesten Tobias Müller. Der konnte seine 43 Punkte aus der Vorrunde nicht bestätigen, bei 26:26 musste das Stechen entscheiden. Christophe setzte sich durch und schoss im Halbfinale Tagesbestwert mit 47 Punkten gegen Nicholas Mari. Im zweiten Halbfinale gewann Sascha Löh mit 41:27 gegen Christopher Czarnetta. Das Finale gewann Christophe mit 34:23 gegen Sascha und konnte damit seinen Titel am gleichen Ort verteidigen. Ergebnisse

Titel verteidigt – Christophe Riff

Fazit

Die Titel: BaWü 2 (Triplette, Tireur), NRW 2 (Frauen Tireur, Doublette), Hessen 2 (Tete, 55plus), Nord (Frauen) Saar (Mixte)
2024: BaWü 3 (Triplette, Mixte, Tireur), NRW 3 (Damen, 55plus, Doublette), Saar 2 (Tete, Tireur Damen)
Eine Titelverteidigung durch Christophe Riff (Tireur)

Die Bundesliga

Die Fragen vor der Saison:
Kann Horb nach dem Hattrick noch einmal triumphieren?
Wie viele der vier Aufsteiger können sich halten?
Kann Waldhof Mannheim am Thron von Horb rütteln?

Schon der erste Spieltag brachte einige Antworten. Horb verlor gleich die erste Partie mit 1:4 gegen Diefflen. Die Mannheimer holten fünf Siege und setzten sich auf Platz 1. Überraschend blieb devant Berlin ebenfalls ungeschlagen und belegte Platz zwei. Dies war neben der Klasse auch dem Spielplan geschuldet. Die vermeintlichen Favoriten spielten in Gersweiler, devant und fünf andere „Nordlichter“ in Schüttdorf. Alle vier Aufsteiger (Jever, Lübeck, Diefflen und Achern) konnten zwei Siege erzielen. Etwas überraschend blieben Bochum und Ibbenbüren sieglos und fanden sich am Tabellenende wieder.

Am zweiten Spieltag gab es dann das Gipfeltreffen und Horb konnte sich knapp 3:2 gegen Mannheim durchsetzen. Dabei spielte Abdoulaye Diol ein echtes Zauberbällchen beim Schuss für Schluss. Dieser Treffer sorgte für Spannung, Horb und Mannheim führten die Tabelle mit je 9:1 Siegen an. Auf Platz drei rückte Viernheim mit fünf Siegen vor. Devant Berlin holte nur einen Sieg und wurde auf Platz 8 durchgereicht. Bochum und Ibbenbüren konnten erste Siege feiern, die rote Laterne übernahm Hanweiler. Jever blieb ebenfalls sieglos und komplettierte die Abstiegsplätze.

Der letzte Spieltag brachte dann die Entscheidungen. Mannheim holte souverän fünf weitere Siege und wurde mit 14:1 Siegen und 56:19 Spielen neuer Bundesliga Meister. Horb und Viernheim holten vier Siege und belegten die Plätze zwei und drei. Einen tollen vierten Platz holte der Aufsteiger aus Diefflen, für Düsseldorf reichte es diesmal nur zu Platz fünf.

Beim spannenden Abstiegskampf stellte sich die Frage, ob einer der vier Vereine auf den Abstiegsplätzen noch das rettende Ufer erreichen könnte. Bochum und Hanweiler mussten drei Punkte aufholen. Für Hanweiler war der Zug schnell abgefahren, es gab Niederlagen gegen Achern und Zehlendorf. Zehlendorf hatte damit fünf Punkte und war fast gerettet. Fast! Es folgten knappe und „unnötige“ Niederlagen und gleichzeitig holte Bochum Sieg um Sieg. Am Ende gelang es Bochum auf den 12. Platz zu klettern. Lübeck reichte ein weiterer Sieg und Zehlendorf musste zusammen mit Jever, Ibbenbüren und Hanweiler die DPB verlassen. Einen Wiederaufstieg wird es nicht geben, das Berliner Team hat sich aufgelöst. Drei der vier Aufsteiger konnten die Klasse halten, Verlierer des Jahres ist Ibbenbüren. 2024 noch oben mitgespielt, seit Ewigkeiten in der DPB, ging es nun steil nach unten. Es bleibt abzuwarten, ob Ibbenbüren den Wiederaufstieg schaffen kann.

Aufsteiger

Ende Oktober fand dann die Aufstiegsrunde zur DPB in Gersweiler statt. Nach dem unschönen Verlauf im letzten Jahr („Oppaugate“) diesmal mit einem neuen Modus. Jeder gegen jeden mit zwei Doublettes (einmal Mixte) und einem Triplette. Es gab anfangs Probleme mit der Ergebnisübermittlung auf dem DPV Server, ansonsten lief alles rund und es entwickelte sich ein spannender Verlauf. Etwas überraschend dominierte Frankfurt, die Krähen lagen lange auf Wiederaufstiegskurs, in der letzten Runde wurde der Aufstieg aus der Hand gegeben. Profitieren konnte Oppau, die auf Maria Hein (zeitgleich Jugend WM) verzichten mussten und sich am Ende knapp den Aufstieg erspielten. Der neue Modus hat sich bewährt, NiSa und Osr bleiben DPB freie Zone.

Die europäischen Meisterschaften

Im Vorjahr gab es zweimal Bronze für das Damen- (Anna Lazarids/Caro Birkmeyer) und das Mixte-Doublette (Anna mit Matthias Laukart). In diesem Jahr gab es die Herren Triplette EM und wie jedes Jahr eine Espoir EM. Und es wurde goldig. Für den ersten sensationellen Triumph sorgten Moritz Rosik, Matthias Laukart, Daniel Reichert und Tobias Müller. Bei der WM in Dijon spielten sie schon eine gute WM, diesmal krönten sie sich zu den Königen von Europa. In der Vorrunde gab es vier Siege und nur eine Niederlage gegen Frankreich. Dann kam im Achtelfinale der dicke Brocken Italien, bei dem Diego Rizzi nicht seinen besten Tag erwischte und Alesio Cocciolo fehlte. Es entwickelte sich zu einem echten Krimi, Italien konterte die deutsch Führung, es wurde eng, am Ende brauchten die vier Deutschen ihre ganze Klasse, um den Sack zuzumachen. Im 4tel-Finale und Halbfinale folgten klare Siege gegen Luxemburg und die Niederlande. Und während auf der Tromm der Doublette Meister ausgespielt wurde, spielte Team D die Revanche gegen Frankreich. Als Außenseiter ins Spiel gegangen, zeigte unser Team von Beginn an den absoluten Willen zum Sieg. Mit dem Fünfer zum 10:4 (nun wissen alle, was ein „Royal“ ist) wurden die Weichen gestellt. Wie mir Tobse nochmal erzählt hat, „noch nie hat mir so die Hand vor einem Schuss gezittert“. 10:4 oder 5:5, manchmal ist es diese eine Kugel in einem Spiel, das die Entscheidung bringt. Tobse, Matse, Daniel und Moritz holten EM Gold mit 13:7 gegen Frankreich. Das erste goldene Highlight in diesem Jahr, GRATULATION!

Alles oder Nichts
Zum Geniessen

Kurz vor dem Abflug nach Spanien zur Espoir EM spielten der Kader unter den Augen der Trainer Leon Gotha-Jecle und Pascal Verbregue noch in Groß-Gerau. In Spanien trumpfte zunächst Celina Grauer in ihrem letzten Jahr als Espoir im Tireur Wettbewerb auf. Celine holte Bronze und damit das nächste Edelmetall für die erfolgsverwöhnten Espoir Frauen. Im Triplette holten Mercedes Lehner, Celine Grauer, Ella Koch und Silvana Lichte in der Vorrunde mit 3:2 Siegen den vierten Platz. Damit ging es gleich ins Halbfinale gegen Frankreich. Frankreich? Da war doch was bei der Herren EM. Die Espoir Frauen spielten ähnlich offensiv, Silvana Lichte ballerte ein Carreau nach dem anderen, die konsternierten Französinnen waren beim 8:13 ohne Chance. Den finalen Punch setzte Ella Koch mit einem krachenden Carreau für Schluss mit ihrer letzten Kugel. Im Finale ging es wieder gegen Belgien. Die hatte man schon in der Vorrunde geschlagen und so sollte es wieder sein. Beim 13:1 merkte man zunächst beiden Teams die Nervosität an, Team D fand zu sicherem Spiel und die nervösen Belgierinnen fanden kein Mittel. Das zweite EM Gold für den DPV im Jahr 2025. GRATULATION an die Espoir Frauen!

Es ist Gold

Die männlichen Vertreter kamen da nicht ganz mit. Justin Neu holte diesmal „nur“ Platz fünf im Tireur Wettbewerb. Das Triplette mit Justin, Leander Becker, Gabriel Huber und Oskar Fitz holte diesmal ein starkes 4:1 in der Vorrunde, um dann im Viertelfinale mal wieder auf Frankreich zu treffen. Von Beginn an lief es nicht rund, die Franzosen wurden aufgebaut und wurden immer sicherer. Am Ende stand ein bitteres Fanny und wieder mal Platz fünf mit einer Niederlage gegen Frankreich. Hier entwickelt sich ein „Frankreich-Viertelfinal-Fluch“.

Der Euro Cup

Im November ging es zum zweiten mal in die großartige Halle in Nordost Frankreich. Für Deutschland ging im Euro Cup der Meister von 2024, Burggarten Horb, an den Start. Schon in beiden Vorjahren hatte Horb keinen guten Draht zur Losfee und auch diesmal gab es mit Dänemark, Niederlande und Bulgarien die schwerste Gruppe. Horb gewann zweimal knapp gegen Dänemark (Krimi) und die Niederlande und erwartungsmäßig deutlich gegen Bulgarien. Als Gruppenerster ging es im Achtelfinale gegen Polen. Die Tripletten mussten nicht mehr gespielt werden, das Viertelfinale war erreicht. Dort gab es gegen Italien einen weiteren Krimi mit einem fast („das Stativ ist kaputt“) perfekten Ende. Der Sonntag war erreicht und damit eine Medaille gesichert. Im Halbfinale ging es wieder gegen Frankreich. Nach Frejus 2024 hieß der Gegner in diesem Jahr Arlanc. Diesmal konnte Horb die Partie lange offen gestalten, Tobse hatte wieder einen wichtigen Schuss (auf 14 Meter für Schluss im Doublette), es reichte knapp nicht, am Ende fehlten einige Körner nach den vielen langen Spielen. Horb belohnte sich mit Bronze für eine tolle Leistung. Arlanc gewann das Finale gegen Spanien, weitere Details lest ihr hier. 2026 geht dann in gleicher Halle Waldhof Mannheim für Deutschland an den Start.

Die Weltmeisterschaften

Besonders gespannt konnte man sein, wie sich die Frauen im neu formierten Kader bei der 5-fach WM und der Triplette/Tireur WM präsentieren würden. Dazu gab es im November eine modifizierte (mixte) Jugend WM.

Los ging es im September in Rom. Wie ich von vielen, die dort waren, gehört habe, die am schlechtesten organisierte WM aller Zeiten. Nur (und zu wenige) Dixi-Klos, nichts zu trinken und zu essen für die Zuschauer, kein Schatten im heißen Rom und maues Zuschauerinteresse der Italiener. Tollen Sport gab es in „der Sandkiste“ trotzdem. Frankreich setzte seine internationale Krise fort, kein Titel für das Mutterland. Die europäische und italienische Ehre rettete Diego Rizzi mit Gold im Tete. Dreimal Gold holte Thailand, Gold im Frauen Doublette, Frauen Tete und im Herren Doublette. Dazu Bronze im Mixte. Das Mixte gewann Madagaskar gegen Frankreich deutlich mit 13:6.

Team D schaffte in fünf Wettbewerben einmal den Einzug in die KO Runde. Gina Müller und Andre Skiba gewannen das 8tel-Finale gegen Malaysia, im Viertelfinale war Frankreich zu stark. Mit Platz fünf ein tolles Ergebnis. In den anderen Wettbewerben gab es entweder Lospech mit starken Gegnern (Herren Doublette) oder es wurden bessere Platzierungen verspielt. Nina Schell und Sascha Wagner hatten es gegen Luxemburg bzw. Malaysia in der Hand. Das Frauen Doublette verlor unnötig gegen die USA. Gina und Nina sind noch sehr jung, die WM war sicher ein guter Schritt zur Entwicklung. Es wird sich zeigen, wer im nächsten Jahr beim gleichen Format auf europäischer Ebene an den Start gehen wird. Die Qualifikation für die KO Runde sollte weiter das Ziel für den DPV sein.

Anfang November ging es in die großartige Halle bei Sin-Le-Noble zur Frauen WM. Im Tireur Wettbewerb startete Kerstin Lisner mit 24 Punkten und einigen sehr knappen Fehlschüssen. So verpasste sie die Repechage und konnte ihren fünften Platz von 2023 nicht wiederholen. Im Triplette, Kerstin mit Marie Baudis, Lea Mitschker und Daniela Schupp, starteten die deutschen Frauen mit zwei Siegen gegen Tschechien und Neuseeland. Nach diesen „must win“ Spielen, gab es drei Niederlagen gegen Schweden, Madagaskar und Taiwan. Mit 2:3 Siegen rettete das Team sich auf Platz 24 in die Barrage. Dort gab es gegen Italien einen Krimi (siehe Horb gegen Italien auf dem gleichen Platz). Am Ende blieben Kerstin und Daniela treffsicher und nervenstark. Deutschland gewann 9:8 auf Zeit und zog ins Achtelfinale ein. Dort spielten die deutschen Frauen befreit auf und lieferten Spanien ein offenes und spannendes Match. Am Ende setzte sich Spanien 13:8 durch und die deutschen Frauen beendeten die WM auf Platz neun. Das neu formierte Team präsentierte sich als Einheit, die Quoten um die 50% müssen sicher verbessert werden, möchte man sich konstant Richtung Viertelfinale orientieren.

Die letzte WM des Jahres fand wieder in Spanien statt und gehörte der Jugend. Bisher gab es einen Modus analog der Triplette/Tireur WMs der Senioren, wobei es keine Vorgaben für die Zusammensetzung der Geschlechter gab. Um die jungen Frauen zu stärken, wurde das Konzept geändert. Es gab einen Doublette, einen Triplette und einen Speed-Tireur Wettbewerb. Alle im Mixte Format. Die Doublette und Mixte Vorrunden wurden an je einem Tag mit 5 Runden durchgespielt. Danach ging es weiter im KO System und mit einem Nationen Cup (nur beim Triplette). Das deutsche Doublette1 mit Maria Hein und Tobias Moritz konnte 4 Siege holen, qualifizierte sich für die KO Runde und unterlag im Achtelfinale gegen Spanien auf Zeit. Das zweite Doublette mit Janaina Cabrera und Emil Croaissant holte in dem großen Feld (52 Doubletten) zwar drei Siege, das reichte nur für Platz 22. Das Triplette (alle Vier mit Wechseloption) holte nur zwei Siege und spielte den Nationencup. Dort ging es bis ins Halbfinale, gegen die Schweiz gab es ein deutliches 1:13.

Quelle DPV

Im Speed-Tireur Wettbewerb gingen Maria und Tobias an den Start. Speed-Tireur? Jedes Team hat sechs Schüsse. Jeweils von sieben und neun Metern auf die Ateliers 1, 3 und 5 des normalen Tireur Wettbewerbs. Der Tireur Wettbewerb ist sowieso speziell, man muss auf den Punkt da sein und kann Fehler kaum mehr ausgleichen. Bei sechs statt 20 Schüssen wird es auf die Spitze getrieben. Team D holte vier Punkte in der Vorrunde und musste lange bangen, ob das reichen würde für die KO-Runde. Es reichte, als Siebte ging es im Viertelfinale gegen Madagaskar. Die trafen nichts, Team D holte sechs Punkte, Halbfinale! Dort ging es gegen die Schweiz, nach jeweils sechs Schüssen stand es 3:3. Es ging ins Stechen, in dem Tobias gleich mit dem ersten Schuss auf sieben Meter den Sack zu machte (die Schweizerin lochte). Silber sicher!

Man kann den Modus mögen oder nicht, es war extrem spannend. Im Finale ging es gegen Thailand. Die hatten bisher 16, 13 und 14 Punkte geschossen. Zum Vergleich Team D: 4, 6 und 3 Punkte. Favorit war also klar Thailand, Team D hatte nichts mehr zu verlieren, sondern nur noch zu gewinnen. Beide Teams starteten stark mit neun Punkten nach vier Schüssen. Die Thailänderin trifft die Sau zum 14:9, Tobias macht es ihr gleich, 14:14. Der Thailänder locht auf die Sau auf neun Meter. Maria Hein hatte Gold Schuss. Sie konzentrierte sich lange, dann fliegt die Kugel, sie trifft die Sau und der DPV holt seinen ersten WM Sieg im Petanque. Großartig. Riesen GRATULATION an Maria und Tobias und Coach Leon. Bei diesem Nachwuchs kann der DPV stolz auf seine Arbeit sein und optimistisch in die Zukunft schauen.

Die alles entscheidende Kugel, 1:41:57 im Video (Quelle DPV YouTube)

Und sonst so

Am Ende des Jahres gab es beim DPV einige Wahlen. Michael Dörhöfer wurde für weitere vier Jahre als Präsident gewählt. Hartmut Loß (Finanzen) und Hugo Port (Schiedsrichterwesen) wurden in ihren Ämtern ebenfalls bestätigt. Das Präsidium wurde um einen Posten erweitert, Naira-Ana Weissgerber ist als Vizepräsident*in Diversität und Gleichstellung nun mit an Bord. Der Posten des DPV Vize Kommunikation wurde Anfang Dezember neu besetzt. Axel Lemcke vom BC Achern stand nach seiner gescheiterten Wahl zum BaWü Präsidenten nun zur Verfügung. An dieser Stelle noch einmal alles Gute für seine leider schwer erkrankte Vorgängerin Sandra Pahl.

Das Kommunikationsteam versorgte die Boulisten wieder mit vielen Live Streams. Es gab wieder die eine oder andere Kritik, im September begeisterte das Team bei der Espoir EM in Spanien. Robin Wendeler und Manuel Strokosch unterhielten prächtig am Mikrophon, Anne Beyer und Rolf Leinert versorgten Deutschland mit Bildern und Informationen. Ein Standard war gesetzt. ebenso erfrischend wurde von der Frauen und der Jugend WM berichtet. Man kann sich auf das Team in 2026 freuen. Gespannt kann man sein, ob es unter Axel Lemcke Verbesserungen bei Webauftritt und Pressearbeit geben wird. Dies war ein Kritikpunkt, dem sich der Präsident Michael Dörhöfer in einem Interview mit Frank Jermann von https://franks-petanque.de/ stellte.

Eine Wiederbelebung erfuhr petanque-aktuell im Jahr 2025. Der „neue“ Grand-Prix-de-Pétanque-aktuell (GPdPa) wurde ins Leben gerufen, das Tippspiel zu den DMs etabliert und es wurde wieder aktuell und verstärkt berichtet. Beim historischen EM Sieg unserer Herren wurde u.a. ein Endspiel Ticker und ein Interview mit den EM Helden beigesteuert. Danke an Jannik Schaake und sein Team.

Und zum Abschluss prüfen wir die Wunschliste aus 2025, siehe

Einen neuen transparenten fairen Modus der Aufstiegsrunde – Check
Transparente und aktuelle Berichterstattung durch den DPV – Da geht noch was
Aufwertung der DPV Masters Serie durch eine Gesamtwertung und eine Berichterstattung – es waren leider weniger Masters und keine Aufwertung
Einführung eines deutschen Pokals – vielleicht 2026?
Besetzung des Vize Kommunikation und Vergrößerung des Teams, mehr Vielfalt an den Mikrofonen (David, Sylvain, Gabriel,….) – Check
Kontinuität im Kader und möglichst viele internationale Erfolge – Check Check 🙂

Das Jahr in Zahlen

DPB

Meister: Waldhof Mannheim
Vize Meister: Burggarten Horb
Platz 3: PC Viernheim

Absteiger: Zehlendorf, Jever, Hanweiler, Ibbenbüren
Aufsteiger: Frankfurt, Ratingen-Lintorf, Tübingen, Oppau

Euro Cup

Platz 3 Burggarten Horb, Halbfinale gegen Arlanc verloren (6:18)

Deutsche Meister

Doublette
Meister: Jonas Combüchen und Nico Beucker
Vize Meister: Pascal Keller und Geert Peers
Platz 3:David Dörr/Anthony Caquelard und Michael Kitsche/Sebastian Junique

Doublette Mixte
Meister: Eileen Jenal und Justin Neu
Vize Meister: Anna Lazaridis und Andre Skiba
Platz 3: Domino Probst/Matthias Laukart und Kerstin Lisner/Sylvain Ramon

Triplette
Meister: Tehina Anania, Sascha von Pless und Dominique Tsuroupa
Vize Meister: Gabriele Lehmann, Marec Basler und Lukas Rüter
Platz 3: Moritz Rosik/Sascha Wagner/Fabian Vonberg und Christian Bossert/Sekou Camara/Philippe Jankowski

Tête-à-tête
Meister: Marcel Sittmann
Vize Meister: Manuel Kern
Platz 3: Sascha Löh und Lukas Rüter

Tir de précision
Meister: Christophe Riff (Titel verteidigt und Hattrick!)
Vize Meister: Sascha Löh
Platz 3:Nicholas Mari und Christopher Czarnetta
Deutscher Rekord: 65 Punkte Justin Neu 2024

55plus
Meister: Andreas Dosch, Jörn Krause und Normann Maurer
Vize Meister: Peter Muschel, Ralf Knörzer und Rainer Wutsch
Platz 3: Laurant Mirabeau/Jean-Francois Mores/Laurent Brizard und Ulrich Moritz/Florian Hock/Claus Binder

Triplette Frauen
Meister:  Martina Theil, Katrin Pfeiffer und Laura Bartels
Vize Meister: Heike Lisner, Mechthild Hesterkamp und Daniela De Laet
Platz 3: Christina Knappe/Christine Wiese/Gabriela Pachler und Nele Schnurr/Birgit Lübke/Nicole Schmied

Tir de précision Frauen
Meister: Silvana Lichte
Vize Meister: Stefanie Wachendorf
Platz 3: Eileen Jenal und Heike Distler

DM Jugend -> siehe und hier

WM

5-fach WM in Rom

Tete Frauen: Nina Schell, Platz 31, 2:2 in der Vorrunde
Tete Herren: Sascha Wagner, Platz 22, 2:2 in der Vorrunde
Doblette Mixte: Gina Müller und Andre Skiba, 3:1 in der Vorrunde, Platz 5
Doublette Herren: Sascha Wagner und Andre Skiba, Platz 17, 2:2 in der Vorrunde
Doublette Frauen: Nina Schell und Gina Müller, Platz 32, 2:2 in der Vorrunde

Douai Frauen

Triplette: Kerstin Lisner, Marie Baudis, Lea Mitschker, Daniela Schupp, Platz 24 nach der Vorrunde mit 2:3, Barrage 10:9 gegen Italien, Platz 9 (8tel Finale 8:13 gegen Spanien)
Tireur: Kerstin Lisner, Platz 18 in der Vorrunde mit 24 Punkten

Jugend Isla Cristina

Doublette Mixte 1: Maria Hein und Tobias Moritz, 4:1 in der Vorrunde, Platz 9 nach 5:11 gegen Spanien2 im 8tel Finale
Doublette Mixte 2: Janaina Cabrera und Emil Croissant, Platz 22 mit 3:2 Siegen
Triplette Mixte: Maria Hein, Tobias Moritz, Janaina Cabrera und Emil Croiassant, Platz 20 mit 2:3, Platz 3 im Nationen Cup (1:13 gegen Schweiz)
Mixed Speed Tireur: Maria Hein und Tobias Moritz, Weltmeister

EM

Santa Susanna Herren

Triplette: Moritz Rosik, Matthias Laukart, Tobias Müller und Daniel Reichert – Europameister
Tireur: Matthias Laukart, Platz 16

Isla Cristina (Spanien) Espoir

Espoir Frauen Triplette: Silvana Lichte, Ella Koch, Celine Grauer, Mercedes Lehner – Europameister
Espoir Frauen Tireur: Celine Grauer, Platz 3 = Bronze
Espoir Herren Triplette: Leander Becker, Gabriel Huber, Justin Neun, Oskar Fitz, Platz 4 mit 4:1 nach der Vorrunde, 4tel Finale 0:13 gegen Frankreich, Platz 5
Espoir Herren Tireur: Justin, Platz 5

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